Wochenende
Day 3
Als ich jung war oder einen Job hatte, mochte ich jeden Freitag und das Wochenende. Aber jetzt sind sie zu meiner anstrengendsten Zeit geworden. Seitdem ich eine Hausfrau bin (die Kinder nennen mich „Mama“), habe ich keine Zeit mehr für mich. Der Job ist täglich und rund um die Uhr, und man hat keine Ruhezeit und Pause. Das macht mir Angst, weil ich das Gefühl habe, dass ich wie im Hamsterrad renne bis ich hundemüde bin.
Wenn ich die Augen jeden Morgen aufmache oder die Kinder mich rufen, beginnt mein Tag. Wenn sie ins Bett gehen, komme ich erstmal ein bisschen zur Ruhe. Obwohl meine Kinder nicht immer nervig sind (manchmal sind sie auch ganz nett und brav), ist die ganze Arbeit (Kochen, Aufräumen, die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen…) noch da und niemand übernimmt sie. All das gibt mir ein starker Gefühl, dass meinen psychischen Druck größer ist als das, was mein Körper aushalten kann. Ich kann weder entfliehen noch mich verstecken, deshalb spüre ich so einen großen Widerwillen gegen das Wochenende.
Jetzt übernimmt meine Schwiegermutter meine Kinder fast einen Tag pro Wochenende, sodass ich mal richtig aufatmen und mit meinem Mann einen ruhigen Tag genießen kann. Ich schätze diesen hart erkämpften Tag sehr. Ich liebe meine Familie, meine Kinder, aber ich vermisse auch die Zeit nur für mich. Das ist wohl das Prinzip: Je unerreichbarer etwas ist, desto begehrenswerter wird es… Ich fühle das jetzt am eigenen Leib.
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